Erschreckend oder Selbstfürsorge?

Erschreckend? Oder Selbstfürsorge?

Unsere jüngste Tochter lebt ihr Leben sehr intensiv. Hochs und Tiefs erlebt sie sehr intensiv und ich als Mutter, war immer eine wichtige Ansprechperson – vor allem natürlich in den Tiefs. Dies hat mich persönlich gefordert und fordert mich immer noch, möchte ich doch, dass es ihr gut geht. Ich habe schon sehr viel gelernt durch sie, lerne immer noch viel, darf immer wieder Klarheit für mich finden und annehmen, was ist und ich nicht ändern kann. Im Juni war sie drei Wochen lang weg (Schnuppern, Klassenlager).

Es war Ferien – Ferien pur – Ferien zu Hause. Ihre «Dramen» bekam ich nur aus der Distanz mit, es war viel ruhiger in unserem Haus. Drei Wochen «Ruhe». Ich habe es sehr genossen. Darf ich dies überhaupt denken? Bin ich dann eine schlechte Mutter? Ich beschloss, ja, ich darf und ja, ich bin Mutter, einfach Mutter. Und so geniesse ich diese «Auszeit». Ich bin im Hier und Jetzt, geniesse und sage es auch. Es sind meine Gefühle, es ist meine Wahrnehmung. Es hat nichts damit zu tun, dass ich sie nicht liebe – es ist Selbstfürsorge für mich. Ich bin mir durch die Distanz bewusst geworden, wie ihr intensives Leben mich fordert, mich fordert in meiner Mitte zu sein/bleiben, ihre Themen/ihr Leben nicht zu meinem zu machen, meine Machtlosigkeit zu fühlen und nicht nur in meiner Mitte zu sein, sondern sie auf verschiedenen Ebenen loszulassen, loszulassen und ihr ihr Leben anzuvertrauen und zu übergeben. Mit der Distanz wurde mir noch mehr bewusst, dass ich ihr Leben nicht ändern kann, dass es in ihren Händen liegt, und das gibt mir Entlastung. Dies setzt Energien frei, die ich für mich nutzen kann …

Ist das Egoismus?  YES – ich lerne auf einer neuen Ebene zu mir und meinem Wohlergehen zu schauen.

Und YES so vieles war mir schon lange bewusst, aber nun fühle ich es auch immer mehr und immer wieder auf einer neuen Ebene – Schritte einer Entwicklung.

Herzlichst Kirsten